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Presse / Medien

 
Quelle:Katharina Lübke, 02.02.2015 apotheken adhoc

Neueröffnung statt Ruhestand 

Mit 73 Jahren ging Peter Weber in den Ruhestand. 40 Jahre lang hatte er die City-Apotheke in Hamburg-Harburg geführt, davor sieben Jahre lang die Alte Apotheke im nahe gelegenen Tostedt. Vor anderthalb Jahren war er der Ansicht, es sei Zeit für ruhigere Tage. Doch nach wenigen Monaten wurde es ihm zu ruhig. Am Montag eröffnet er die Wevital-Apotheke im Gesundheitszentrum Harburg. Wevital steht für Weber und Vitalität und Lebenskraft.

Im Sommer 2013 übergab Weber die City-Apotheke an seinen Sohn, der gemeinsam mit seiner Frau außerdem die Arcaden-Apotheke in Harburg, die Galerie-Apotheke in Buchholz und die Pinguin-Apotheke in Stade betreibt. „Die meisten Kollegen, die ich vom Studium her kannte, hatten ihre Apotheke schon abgegeben. Da habe ich mir gesagt: So, jetzt wird’s Zeit, mit 73 Jahren reicht es eigentlich“, sagt Weber.

Seine Frau, ursprünglich Kauffrau, später Apothekenhelferin, folgte ihm in den Ruhestand. „Sie hatte immer die kaufmännischen Dinge erledigt, das hat sich sehr gut ergänzt“, sagt Weber. Nach der Pensionierung folgte ein Urlaub dem nächsten. „Wir wollten nachholen, wofür wir viele Jahre keine Zeit hatten.“ Das Ehepaar verbrachte viel Zeit in der Ferienwohnung auf Rügen und besuchte Orte in Deutschland, die schon lange auf der Wunschliste standen. „Wir sind Weinkenner und sind daher viel in Weingegenden gefahren, zum Ursprung der Etiketten sozusagen“, sagt Weber.

Irgendwann trat Ernüchterung ein: „Es war nicht mehr erfüllend. Nach einem Jahr war mir langweilig.“ Weber hatte nicht viele Hobbys, die Apotheke sei immer Hobby und Beruf gleichzeitig gewesen, sagt er. Zwar spielt er einmal in der Woche Badminton mit Freunden in seinem Alter. „Aber wissen Sie, worüber man sich unterhält: über Krankheiten.“

„Jetzt habe ich wieder junge Mitarbeiter um mich, das ist toll“, sagt Weber. Er hat ein komplett neues Team eingestellt: zwei Approbierte, zwei PTA, ab März kommt eine PKA dazu. Außerdem bringt er seine Frau aus dem Ruhestand wieder mit. Wenn es etwa um Verhandlungen mit Großhändlern gehe, helfe der Sohn.

 


 03.01.15


Ruhestand beendet Harburger Apotheker Peter Weber startet neu durch


Von Jochen Gipp / Hamburger Abendblatt


Mit Aktionsgemeinschaft und BID Lüneburger Straße hat sich der Apotheker Peter Weber für die Belebung der Harburger Innenstadt eingesetzt. Vor eineinhalb Jahren begann sein Ruhestand. Damit ist jetzt Schluss.

Harburg. Urlaub, Gartenarbeit, Urlaub, Gartenarbeit. Mit diesem Lebensinhalt voller Freizeitgestaltung wollte sich der Harburger Apotheker Peter Weber nach eineinhalb Jahren des Ruhestands nicht zufrieden geben. "Es hat mir keine Ruhe gelassen", sagt der heute 74 Jahre alte Harburger, "ich muss ganz einfach noch einmal durchstarten und vor allem mit jungen Menschen zusammenarbeiten. Um mich herum wird in meiner Altersklasse sonst nur von Gebrechen und Wehleiden geredet. Ich fühle mich noch fit und habe jede Menge Lust etwas zu bewegen."

Was Peter Weber bewegt, wird sich am 2. Februar zeigen. Dann eröffnet er im Gesundheitszentrum, Am Wall 1, seine WEVITAL Apotheke. Der Name ist eine Verbindung aus Weber und Vitalität oder Lebenskraft.

Wie berichtet waren die gemieteten Apotheken-Räume im Erdgeschoss des Gesundheitszentrums frei geworden, nachdem Apotheker Mohamed Joune das Eckhaus Lüneburger Straße 18/Amalienstraße gekauft und mit seiner VIVO-Apotheke im August in die eigenen Räume in die Harburger Innenstadt umgezogen war.

Das Gesundheitszentrum besteht seit gut zehn Jahren und war noch kurz vor der Pleite der Münchner Walter Bau AG im Februar 2005 fertig gestellt worden. Inzwischen befindet sich das Gesundheitszentrum im Besitz einer österreichischen Immobilien-Kapitalgesellschaft mit Sitz in Wien. Peter Weber sagt, dass die Räume des Gesundheitszentrums inzwischen mit Arztpraxen voll belegt sind.

Weber: "Ich bin gefragt worden, ob ich die frei werdenden Apotheken-Räume übernehmen wolle. Da konnte ich einfach nicht nein sagen." Und Jutta, seine Frau, hatte ihm dazu auch ihre Unterstützung signalisiert. "Gott sei Dank, dass du wieder was um die Ohren hast", hatte sie ihm gesagt.

Haus und Garten in Heimfeld und die Ferienwohnung in Binz auf Rügen brachten Peter Weber nicht die Erfüllung, sein Tatendrang war noch ungebrochen. "Ich war mit dem Einstieg in den Ruhestand gewissermaßen von hundert auf null abgestürzt", sagt er, "das Kribbeln nach einer sinnvollen Arbeit war übermächtig."

Peter Weber hatte nach seinem Studium und verschiedenen Praktikumsstellen sieben Jahre lang die Alte Apotheke in Tostedt betrieben. 1976 war er nach Harburg gekommen und hatte in der neuen City-Galerie an der neuen Fußgängerzone Lüneburger Straße die "City Apotheke" eröffnet. Inzwischen werden die "City Apotheke", wie auch die Filialen "Pinguin Apotheke" in Stade, "Galerie Apotheke" in Buchholz und die "Arcaden Apotheke" in Harburg von seinem Sohn Lühr und dessen Frau – beide sind Apotheker – geführt.

Sobald sich Peter Weber entscheidet, doch den Ruhestand zu bevorzugen, werden Sohn und Schwiegertochter auch die Wevital Apotheke übernehmen. "Das ist bereits geregelt", sagt der Senior.

"Ich werde auch nicht jeden Tag im Geschäft sein", sagt Weber, "wir haben qualifizierte Mitarbeiter, die in die neue Apotheke ins Gesundheitszentrum wechseln. Ich werde die Zeit nutzen, um auch wieder Kontakte zu Ärzten und Patienten zu pflegen." Und einen Tag in der Woche haben Jutta und Peter Weber grundsätzlich keine Zeit für Arbeit. Dann stehen die beiden Enkelkinder, neun und zwölf Jahre alt, im Mittelpunkt. "Es ist schön, die Kinder aufwachsen zu sehen", sagt Weber.

Mit Harburgs Innenstadt und deren Einzelhandelsentwicklung ist der Apotheker eng verwurzelt. Er war Mitbegründer und zumeist immer stellvertretender Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, dem heutigen Citymanagement.

Ebenfalls gilt Weber als Wegbereiter für das BID-Lüneburger Straße, für den Zusammenschluss der gut 100 Grundeigentümer, die nun gemeinsam Verbesserungen für die Innenstadt organisieren. Weber war selbst losgezogen, um die Eigentümer der Immobilien zu ermitteln. Weber: "Das war eine zähe Arbeit."

Als sein wichtigstes Werk bezeichnet er die gut eine Million Euro teure Neugestaltung der City Galerie, an der zehn Grundeigentümer beteiligt sind und überzeugt werden mussten.

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